Panikmache statt Argumente

Leserbrief von Gisela Weidlich, Weinheimer Nachrichten vom 13.05.2015

Leserbrief: FDP auf dem Irrweg
WN/OZ vom 25.April

In seinem Leserbrief setzt der Vorstandssprecher des BUND Landesverbands Hessen, Herwig Winter, verstärkt auf Panikmache als Werbemittel der Windkraftlobby. Fukushima und Tschernobyl werden bemüht, und der Menschheit wird eingeredet, die Welt würde auch im Odenwald bald untergehen, weil „die fossilen Energieträger eines nicht allzu fernen Tages aufgebraucht sein werden“.

Dass Rohstoffvorkommen endlich sind, bestreitet niemand! Nach neuen Energiequellen und -speichern zu suchen und zu forschen ist deshalb unabdingbar. Warum sollen aber ohnehin knappe Ressourcen vergeudet werden, um ineffiziente Windparks zu errichten? In Rheinland-Pfalz liegen zwei Drittel der Windparks mangels Wind weit unter den von den Projektierern versprochenen Erträgen. In Hüttenfeld wurde gerade ein Projekt wegen Windmangels gestoppt: Kosten circa 450.000 Euro, die mit Sicherheit beim Stromkunden hängen bleiben. Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass es bei den meisten Projekten nicht um Klimaschutz, sondern um Profit geht! Profiteure sind vor allem die Projektierer, die Grundstücksverpächter (z.B. finanzschwache Kommunen) und einzelne glückliche Anleger; viele Zeichner von Beteiligungsrechten, die den Versprechungen der Windkraftlobby „auf den Leim“ gegangen sind, warten jedoch seit Jahren vergeblich auf versprochene Renditen. Die Kosten der Atommüllbeseitigung werden bemüht, um die „guten“ Windparks schmackhaft zu machen. Kosten sind aber nicht nur in Euro und Cent zu berechnen: Was „kosten“ z.B. die Landschaftszerstörung durch den ungezügelten Bau von Windparks, insbesondere in Waldgebieten? Wie viel ist die herrliche Odenwaldlandschaft wert? Vorgebliche Umweltschützer, die vor noch nicht langer Zeit um jeden Baum gekämpft haben, nehmen es heute billigend in Kauf, dass große Waldgebiete zur Erreichung des Klimaschutzziels gerodet, der Boden betoniert und durch Schwertransporte verdichtet wird. Klimaschutz durch Waldvernichtung? Die ideologisch begründeten „Scheuklappen“ gehen sogar so weit, dass der Hinweis auf nächtliche Windstille, als „Polemik“ abgekanzelt wird.

Nachts ist es nun einmal dunkel und manchmal weht auch kein Wind. Dieses Naturgesetz in Frage zu stellen, ist an Ignoranz kaum zu überbieten!

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