Rodungen im Weinheimer Fledermauswald vorerst verhindert

Mitte Dezember 2020 wurden Mitglieder des Vereins Gegenwind Weinheim e.V. auf  Hiebmarkierungen an einer Vielzahl von Bäumen im Weinheimer Stadtwald südlich des Goldkopf aufmerksam. Dabei handelt es sich vornehmlich um ältere Laubbäume. Nun sind solche Markierungen und der Holzeinschlag im Wald um Weinheim im Grunde nicht weiter verwunderlich und gängige Praxis, handelt es sich hierbei doch um Wirtschaftswald. Die Weinheimer Forstwirtschaft nimmt hierbei neben der Rohstofferzeugung von Holz auch weitere Aufgaben wie die Erhaltung der Wälder als Schutz- und Erholungsraum unter Abwägung von wirtschaftlichen und ökologischen Interessen stets zuverlässig wahr.

Umso überraschender und verwunderlicher ist es, dass die Hiebmarkierungen in einem Gebiet des Waldes zu finden sind, in dem seit Frühjahr 2019 nachgewiesen ist, dass es ein Rückzugsort und Lebensraum für eine Vielfalt an Fledermausarten ist. Der Verein Gegenwind Weinheim e.V. hatte im Jahr 2018 eine umfangreiche Fledermauserfassung im Bereich des Goldkopf durchführen lassen (http://gegenwind-weinheim.de/wordpress/endbericht_flederma%cc%88use_weinheim-25-01-2019/); Planungen der Stadtverwaltung Weinheim sahen diesen Bereich im Landschaftsschutzgebiet damals als Konzentrationszone zum Bau von Windindustrieanlagen zur Stromerzeugung vor. Zwischen dem 19.03.2018 und dem 02.12.2018 wurden mittels dreier autonom arbeitende Registrieranlagen für Fledermausrufe („Batcordern“) an 259 Nächten Fledermausaktivitäten im Bereich Goldkopf und ehemalige Koppeneiche erfasst und daraufhin von Biologe Dr. Andreas Arnold, einem anerkannten Experten für Fledermauserfassung, professionell ausgewertet. In der abschließenden Bewertung des Gutachtens heißt es:

Im Untersuchungsgebiet konnten mindestens 14 Fledermausarten bzw. Artengruppen nachgewiesen werden. Von diesen gelten in Baden-Württemberg drei Arten als „vom Aussterben bedroht“, fünf Arten als „stark gefährdet“ und vier Arten als „gefährdet“. Eine Art stellt eine extrem seltene Art mit geographischer Restriktion dar und zwei Arten sind gefährdete wandernde Tierarten. Sämtliche Fledermausarten sind gemäß nationalem Recht (Bundesnaturschutzrecht) besonders und streng geschützt. Auch europäisches Recht (Natura 2000-Richtlinie) schützt alle Fledermausarten inklusive ihrer Lebensstätten. Für vier der im Untersuchungsgebiet festgestellten Fledermausarten, welche in Anhang II der Natura 2000-Richtlinie gelistet sind, sind sogar besondere Schutzgebiete auszuweisen. […] Die Nachweise von zwei weiteren, sehr seltenen und hoch bedrohten Fledermausarten gibt dem Untersuchungsgebiet eine ganz besondere Wertigkeit. Es sind dies die Wimper- und die Mopsfledermaus. Die Wimperfledermaus ist eine Art, die zu den seltensten Fledermausarten Deutschlands zählt. Aufgrund ihres südwestlichen Verbreitungsgebiets in Deutschland trägt Baden-Württemberg für den Erhalt dieser Fledermausart bundesweit eine besondere Verantwortung. Auch die Mopsfledermaus ist nach einem starken Populationsrückgang in den 1950er und 1960er in Baden-Württemberg sehr selten (STECK & BRINKMANN 2015). […] Aus Gründen des Fledermaus- und des allgemeinen Artenschutzes wäre es […] sinnvoll, in den Wäldern des Goldkopfs und Geiersbergs die Maßnahmen des von der Landesforst- (FVA) und Naturschutzverwaltung (LUBW) im Jahr 2010 entwickelten und seitdem im Staatswald umgesetzten Alt- und Totholzkonzepts […] konsequent zur Anwendung zu bringen.“

Zu den nachgewiesenen Arten im regelrechten „Fledermauswald“ zählten auch die in Baden-Württemberg als „stark gefährdete“ Bechsteinfledermaus; diese hatte 2018 medienwirksam zu einem Rodungsstopp im Hambacher Forst geführt. Durch die öffentliche Präsentation des Fledermaus-Gutachtens am 29. April 2019 hätte die Bedeutung dieses Waldgebietes eigentlich bekannt sein sollen. Die den zuständigen Stellen vorliegenden Informationen konnten aber offensichtlich nicht durchgehend genutzt werden und in die Entscheidung zu den Verjüngungsmaßnahmen einfließen.

Ein avifaunistisches Gutachten, welches der Verein im Jahr 2020 durchführen ließ, ergab in einer ersten Durchsicht der Daten die Sichtung 67 heimischer Vogelarten, davon 17 auf der „Roten Liste“ Baden-Württemberg und 15 nach Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützter“ Arten. Die finale Ausarbeitung wird zusammen mit dem Autor des Gutachtens im Rahmen eines Forums der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sobald es die Corona-Situation wieder erlaubt.

Vertreter von Gegenwind Weinheim nahmen umgehend Kontakt mit Dr. Fetzner und Herrn Just von der Stadtverwaltung, Herrn Lambert vom Forstamt und Frau Böhmer und Frau Heideroth von der Unteren Naturschutzbehörde auf. Die vom Gemeinderat beschlossenen Rodungsmaßnahmen zur Waldverjüngung, die eigentlich am 1. Dezember hätten beginnen sollen, konnten „glücklicherweise“ aufgrund von Krankheitsfällen bis Mitte Dezember noch nicht ausgeführt werden. In offenen und konstruktiven Gesprächen konnten die Vertreter von Gegenwind Weinheim nun nochmals die außerordentliche Bedeutung des betroffenen Waldabschnitts in seiner ökologischen Gesamtheit für die dort lebenden Fledermäuse und Vogelarten anhand der Gutachten darstellen. Sollten die Fällarbeiten im Rahmen der Waldverjüngung wie geplant durchführt werden, würden höchstwahrscheinlich der Lebensraum und die Quartiere der Tiere in den Höhlen der alten Bäume des Fledermauswaldes zerstört und diese vertrieben! Neben dem unwiederbringlichen Verlust der streng geschützten Tierarten ist natürlich auch die rechtliche Tragweite zu sehen, die solch ein Verstoß gegen den Artenschutz bedeuten könnte.

Am 21. Dezember teilte Dr. Fetzner von der Stadtverwaltung dem Verein Gegenwind Weinheim dann mit, dass „als Sofortmaßnahme […] die Hiebsmaßnahmen in diesem Bereich ausgesetzt“ wurden. Nach Vorlage der Ergebnisse einer zusätzlichen Analyse des Fledermaushabitats wird die Forstbehörde entscheiden, „ob bzw. in welchem Umfang eine Hiebsmaßnahme in dem […] angesprochenen Bereich durchgeführt werden soll.“

Die Mitglieder von Gegenwind Weinheim sind erleichtert über den momentanen Stopp der Fällarbeiten und optimistisch, dass die Erkenntnisse des Fledermaus- und des avifaunistischen Gutachtens eine klare Sprache sprechen, den „Fledermauswald“ um den Goldkopf auch in Zukunft zu schützen. Kritisch hinterfragt der Verein jedoch, wieso die ökologische Wertigkeit des Waldes und die Erkenntnisse des Fledermausgutachtens trotz Pressemitteilung und öffentlicher Veranstaltung im Frühjahr 2019 nicht soweit bekannt waren, um dieses Gebiet von Verjüngungsmaßnahmen auszunehmen. Eine neue Gemeinderatszusammensetzung, ein neuer Leiter des Forstrevieres, sowie Wechsel in der Unteren Naturschutzbehörden mögen dazu beigetragen haben. Aus diesem Grund wird der Verein Gegenwind Weinheim die Gutachten an Gemeinderäte, Parteien, Stadtverwaltung und Forstbehörden verteilen und weiter intensiv daran arbeiten, dass sich diese Zusammenhänge klar im Bewusstsein der Verantwortlichen verankern.

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Hannes Jaenicke für den Reinhardswald

Seit einiger Zeit ist die Wind-Industrialisierung des größten zusammenhängenden Waldgebiets Hessens, des Reinhardswaldes, in Planung. Dieses Waldgebiet ist auch als „Grimms Märchenwald“ bekannt. Mehr Informationen über den Stand der Planungen und den sich formierten Widerstand finden sie hier: https://rettet-den-reinhardswald.de/

Nun hat der Reinhardswald prominente Unterstützung erhalten: Der bekannte Schauspieler, Autor und Naturschützer Hannes Jaenicke hat sich in einem Videoaufruf gegen die Vernichtung des Reinhardswaldes gewendet!

„Jetzt soll einer der wertvollsten Wälder Deutschlands geopfert werden, um eine dank unfähiger oder unwilliger Politik und Industrie ins Stocken geratene Energiewende voranzutreiben. Saubere Energie durch Waldvernichtung? Dreckiger geht es kaum. Ich wünsche allen, die sich für die Rettung des Reinhardswaldes engagieren jeden erdenklichen Erfolg.“ – Hannes Jaenicke

Es tut gut, dass Herr Jaenicke eben keine Unterscheidung zwischen „guter“ und „böser“ Abholzung und Zerstörung intakter Wälder macht, wie so viele andere Naturschützer, die dem Klimaschutz alles unterordnen und im Namen des Naturschutzes eben diese zerstören! Hoffentlich hilft Herrn Jaenickes Stellungnahme, diejenigen zum Nachdenken zu bringen, die auf der einen Seite den Hambacher Forst mit allen Mitteln schützen wollen, auf der anderen Seite aber den Reinhardswald (und viele tausend Hektar anderer Waldgebiete) für den Klimaschutz opfern…

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Einladung zur Mitgliederversammlung 2020

Sehr geehrte Mitglieder,

Gegenwind Weinheim e.V. lädt Sie gemäß Satzung zur ordentlichen Mitgliederversammlung für das Geschäftsjahr 2019 ein. Wir freuen uns sehr, Sie dazu begrüßen zu dürfen. Bitte notieren Sie sich den

13. März 2020

um 19:00 Uhr

Landgasthof Bühler Hof /www.buehlerhof.net

Muckensturm 13, 68542 Heddesheim

Die Tagesordnung entnehmen Sie bitte dem Anhang. Unter info@gegenwind-weinheim.de bitten wir auch um eine kurze Antwort über Ihr Kommen, um für die Veranstaltung besser planen zu können.

Im hessischen Odenwald wurde im Sommer 2019 der Regionalplan Windenergie verab- schiedet. Gegen das 2012 gestartete Verfahren wurden nach den Offenlagen 2014 und 2017 über 50.000 Einwendungen eingereicht. In dem seit 1960 bestehenden Naturpark Bergstraße Odenwald wurden auf etwa 1,8% der Flächen Windvorrangzonen beschlossen. Die Anwohner z.B. in Breuberg, Ober-Ramstadt, Rothenberg und Etzean müssen jetzt gegen Rodungen und Baugenehmigungen kämpfen.

Ein Teilerfolg für Weinheim war, die Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes für eine Windvorrangzone im Herbst 2018 zu verhindern. Allerdings wird erwartet, dass der Teilflächennutzungsplan Windenergie der Metropolregion demnächst veröffentlicht wird. Damit wird das im alten Flächennutzungsplan bestehende Ausschlussgebiet für Windenergie an der Bergstraße aufgehoben. Vorrangiges Ziel muss es also sein, private und institutionelle Investoren am Bau von Windindustrieanlagen in Weinheim zu hindern. Ein Baustein dazu, war das von uns in Auftrag gegebene und im 6. FORUM vorgestellte Fledermausgutachten. 14 eindeutig identifizierte, darunter 8 besonders stark gefährdete Arten, zeigen die außergewöhnlich hohe Biodiversität in unserem Landschaftsschutzgebiet.

Wer sich durch Minister Peter Altmaiers Vorstoß eines 1000m- Abstandes der Windindu- strieanlagen zu bebautem Gebiet oder das von der Naturschutzinitiative erstrittene VGH- Urteil zur unrechtmäßigen Genehmigungspraxis von Windindustrieanlagen im Wald in Baden- Württemberg in Sicherheit wiegt, liegt falsch. Näheres dazu auf unserer Mitgliederversammlung.

Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, wie wichtig unsere Arbeit als Bürgerinitiative ist. Dabei ist Ihre Mitwirkung als Mitglieder der Bürgerinitiative sehr gefragt. Deshalb würden wir uns über Ihre Teilnahme an der Mitgliederversammlung und den persönlichen Informationsaustausch mit Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Bürgerinitiative Gegenwind Weinheim e.V.

(gez. der Vorstand)

MGV 2020 Tagesordnung Anhang1

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6. FORUM Gegenwind Weinheim- Es ist noch nicht vorbei!

 Der Verein Gegenwind Weinheim veranstaltet am   29. April 2019 um 19:00 Uhr im Alten Rathaus in Weinheim das inzwischen 6. Forum Gegenwind Weinheim. Die erfolgreiche Informationsreihe zum Thema Windindustrieanlagen in Weinheim wird damit fortgesetzt.

Zwar wurde im vergangenen Jahr entschieden, keine expliziten Flächen für Windindustrieanlagen in Weinheim auszuweisen, aber damit ist die Gefahr noch nicht endgültig gebannt. Die BI Gegenwind Weinheim e.V. verstärkt daher die Aktivitäten, das Thema endgültig zu beenden.

Keine geschützten Fledermäuse in Weinheim? Von Wegen!!

Das seinerzeit von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten stand schon immer auf wackligen Füßen. Um aber eine sichere Basis für zukünftige Entscheidungen zu bekommen hat die BI Gegenwind jetzt den Fledermausbestand im FB4 aufnehmen und ein Gutachten erstellen lassen.

Seit März 2018 wurde in vielen Stunden Arbeit der Artbestand und die Aktivität von Fledermäusen durch autonome Detektoren erfaßt. Die Durchführung wurde von Dr. Andreas Arnold, Biologe und ausgewiesener Fledermausexperte überwacht, der auch die Auswertung der rund 320.000 Ultraschall- Rufsequenzen leitete.

Mit 14 eindeutig identifizierten, darunter 8 besonders stark gefährdete Arten, steht die außergewöhnlich hohe Biodiversität in genau dem Bereich FB4 fest, in dem es laut Stadt doch nichts Schützenswertes geben sollte.

Dr. Arnold wird das Gutachten und die Auswertung im Detail vorstellen und für kritische Fragen bereit stehen. Die anschließende Diskussion lässt viel Raum für den Austausch von Argumenten. Es sind ausdrücklich Gegner und Befürworter von Windindustrieanlagen eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Nehmen Sie die Situation weiterhin ernst und unternehmen Sie etwas, bevor es zu spät ist. Wir zählen auf Sie.

 

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Ideologie vernebelt Realität

Lassen wir einfach nur Bilder und Fakten sprechen:

  • Tweet Simone Peter (Vorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen bis Januar 2018, seit März 2018 Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien) vom 22.3.2019, 16:45 Uhr
    https://twitter.com/peter_simone/status/1109118659753066498?s=21
    Quelle: Twitter
  • Zur gleichen Zeit (Daten von 17:00 Uhr) im deutschen Stromnetz
    Quelle: Agora Energiewende

    Stromverbrauch 67,3 GW
    Wind onshore 2,4 GW (~3,6%)
    Wind offshore 0,9 GW (~1,3%)
    Solar 3,5 GW (~5,2%)
    Konventionell Kraftwerke 50,3 GW (~74,7%)
    Stromimporte ~1,8 GW (~2,7%)
    Laufwasser und Biomasse 8,4 GW (~12,5%)
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Demo in Wiesbaden

Die Bürgerinitiativen in Siedelsbrunn und im Ulfenbachtal organisieren Demonstrationen in Wiesbaden und vor der Regionalversammlung in Frankfurt am 14. Dezember 2018. Dabei soll auch die über 16.000 Unterschriften starke Unterschriftensammlung überreicht werden. Ihre Unterschrift können sie hier auch online abgeben

Abfahrzeiten DEMO Wiesbaden 2018 Demoverlauf Wiesbaden und Besuch der Regionalversammlung Südhessen in Frankfurt am Main

Weitere Informationen zur Demo und dem Bustransport dorthin finden sich auf der Seite der BI Siedelsbrunn.

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Stellungnahme des Vereins zur Einstellung des Planverfahrens „TFN Windenergie“!

Stellungnahme der BI Gegenwind zur Gemeinderatsvorlage “Einstellung des Planverfahrens TFN Windenergie“

Die Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde hat Stand gehalten, den intensiven Prüfungen ihrer Fachaufsicht durch das Regierungspräsidium und durch das nicht gerade als Windindustrie feindlich verrufene Umweltministerium in Stuttgart. Damit wurde nach fast vier Jahren Untersuchung der Landschaftsschutz mit seinen Belangen Landschaftsbild und Erholungseignung deutlich über die Windindustrie gestellt, die in Süddeutschland ohnehin und in unserer Region besonders unsinnig ist.

Die Natur wird also nicht fehlgeleiteten Interessen preisgegeben. Es weht schlicht zu wenig Wind hier, um die zu erbringenden Opfer zu rechtfertigen.

Die Entscheidung gilt für das untersuchte Gebiet am Geiersberg/Goldkopf, aber im Prinzip eben auch für das gesamte Landschaftsschutzgebiet, das sich von der nördlichen Kreisgrenze entlang den ersten Odenwaldhängen bis hinunter nach Dossenheim erstreckt. Und sie hat starke Signalwirkung für alle weiteren, sicher noch zu untersuchenden Flächen im LSG. Sofern die Voraussetzungen dort dann nicht grundlegend anders sind sollte diese Entscheidungsrichtung eigentlich auch gut zu verteidigen sein.

Ist diese Entscheidung die beste für uns in Weinheim und für die Bergstraße? Wird so unser Wald nicht zum Windindustriegebiet umgewandelt? Es wird sich zeigen müssen.

Jedenfalls erkennt die Bürgerinitiative den ausgerufenen Schutz für Weinheim – und übertragen auch für die Bergstraße – als übergeordneten Wert und schätzt eine solche rationale Entscheidung besser für Weinheim ein, als einer ideologisch geprägten Zwangsplanung Folge zu leisten.

gez. Matthias Kraus

Vorsitzender

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Kinoabend: „End of Landschaft“ in Dossenheim

Die Bürgerinitiativen Gegenwind Hirschberg und Gegenwind Schriesheim zeigen den äußerst sehenswerten Dokumentarfilm „End of Landschaft“ von Jörg Rehmann am

Donnerstag 29. November 2018 um 19:30 Uhr im
Gemeindezentrum Martin-Luther-Haus
Am Kronenburger Hof 6 in Dossenheim

Der Eintritt ist frei.

© soonmedia Jörg Rehmann

Die Dokumentation ist ein absolutes „Muss“ für diejenigen, die die Thematik zur Energiewende verstehen möchten.

Die Energiewende ist das größte Infrastrukturprojekt seit Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland. Die Kostenhochrechnungen dafür gehen in die Billionen. Doch selbst 30.000 Windräder und hunderttausende Solaranlagen konnten nicht verhindern, dass damit bislang nur 3 Prozent des deutschen Primärenergiebedarfes gedeckt werden können. Die Auseinandersetzungen um zerstörte Landschaften und Windradlärm haben die bislang friedlichen Landregionen in tiefgreifende Zerwürfnisse gestürzt. Auch durch den Naturschutz zieht sich ein schwerer Konflikt. Wie sauber ist die „Handschrift der Energiewende“? Der Journalist und Filmautor Jörg Rehmann hat in „End of Landschaft“ den Menschen vor Ort zugehört, hat Experten und Wissenschaftler befragt und investigative Recherchen betrieben. Das Ergebnis ist ein sensibler Film, der dennoch fordert, aufdeckt und aufrüttelt. Für Jörg Rehmann und die im Film befragten Experten ist die Notwendigkeit eines wirksamen Klimaschutzes unbestreitbar. Mit der Ausbeutung der Erde kann und darf es so nicht weitergehen. Aber es braucht eine ehrliche Energiewende mit Augenmaß. Ein Film jenseits fernsehüblicher Berichterstattung, – und ein kritisch-informatives Roadmovie durchs Energiewendeland…

End of Landschaft – Film

 

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5. Forum Gegenwind Weinheim – Wie wird entschieden?

Der Verein Gegenwind Weinheim veranstaltet am 11. Oktober 2018 um 19:00 Uhr im Alten Rathaus in Weinheim das inzwischen 5. Forum Gegenwind Weinheim. Die erfolgreiche Informationsreihe zum Thema Windindustrieanlagen in Weinheim wird damit fortgesetzt.

Die Windräder über Weinheim sind nicht vom Tisch! Vielmehr steht die Planung der Stadt kurz vor der Entscheidung!

Unsere Verwaltung und Politik Weinheim tun weiterhin alles, um möglichst schnell den Weg für die über 200 Meter hohen Industrieanlagen in unserem Wald zu ebnen. Zum Beispiel wird die Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes im Wald des Geiersberg/Goldkopf unvermindert voran getrieben.

Redner des Abends wird Herr Dr.-Ing. Joachim Schneider sein, der über das Thema
„Die deutsche Energiewende – Irrweg staatlicher Planwirtschaft?“ referiert.

Danach werden wir über die aktuelle Situation in Weinheim berichten und der Verwaltung Weinheims Raum für die Darstellung ihrer Sicht geben. Erwartet werden der erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner sowie Herr Sven-Patrick Marx, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung. (Aktualisierung 25.9.2018: Leider hat Hr. Dr. Fetzner nun doch zurückgezogen, will entgegen seiner früheren Aussage doch wegen einer Terminüberschneidung selbst nicht kommen und auch keinen Vertreter schicken. Begründet wird dies mit der „fehlenden Entscheidung“… „unseres Hauptorgans“, also den Naturschutzbehörden und man möchte nicht spekulieren, wie es jetzt weitergeht. Schade, wir hätten der Verwaltung gerne den gebührenden Platz gegeben, ihre Sichtweise im Originalton darzustellen und darüber mit den Besuchern des Forums zu diskutieren. Genau die Frage, welche Handlungsoptionen es jetzt gibt, ist doch von höchstem Interesse!).

Die anschließende Diskussion lässt viel Raum für den Austausch von Argumenten. Es sind ausdrücklich Gegner und Befürworter von Windindustrieanlagen eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Ihre Unterstützung und Anregung sind uns sehr wichtig, um unsere erfolgreich begonnene Arbeit zum Schutz und Erhalt unserer einzigartigen Bergstraße fortsetzen zu können. Die aufgrund des fehlenden Windes bei uns unsinnigen Windräder zerstören mehr, als sie für das vermeintliche Ziel der Energiewende beitragen. Dies ist durch zahlreiche Beispiele um uns herum und in Baden-Württemberg belegt.

Nehmen Sie die Situation ernst und unternehmen Sie etwas, bevor es zu spät ist. Wir zählen auf Sie.

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Habicht mit Schrotladung abgeschossen

Nachdem die Weinheimer Nachrichten (www.wnoz.de) am 07. August über den Abschuss eines Habichtweibchens berichteten, veröffentlichte der Verein folgende Pressemitteilung.

Presseinfo BI Gegenwind Weinheim 16.8.2018

Hier noch einmal in Kürze die Fakten des Vorfalls:

  • der Beauftragte der staatlichen Vogelschutzwarte für den Greifvogel- und Eulenschutz im Vorderen Odenwald vermutet ein totes Habichtweibchen in einem Nest beim Gorxenkopf (nahe der Landesgrenze, aber auf Weinheimer Gemarkung)
  • die Untersuchung des gefundenen Habichtkadavers (und der drei Eier) ergibt acht Schrotkugeln im Körper, ein gebrochener Flügel, sowie die Fraktur des Beckens. Die Schrotladung auf das Habichtweibchen im Anflug auf den Horst ließ das Tier dort verenden.
  • der Vogelschützer zeigt den illegalen Abschuss des nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders streng geschützten Habichts bei der Staatsanwaltschaft Mannheim an- dort läuft ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Wie aus der folgenden Karte (der blaue Pfeil zeigt auf den Gorxenkopf) sehr gut ersichtlich ist, liegt der Horst ganz in der Nähe des FB 4, in dem die Stadt Weinheim bekanntermaßen das Landschaftsschutzgebiet aufheben will und ein Vorranggebiet für Windindustrieanlagen laut TFNP Windenergie plant! Diese räumliche Nähe des Habichthorstes zu dem geplanten FB 4 hat der Verein sowohl in der Pressemitteilung, als auch bei der Staatsanwaltschaft thematisiert. 

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