Spendenaufruf für die Erforschung des Fledermaus-Hotspots im Lützelsachsener Wald

Erforschung des Fledermaus-Hotspots im Lützelsachsener Wald

Schutz für den Lebensraum der Bechsteinfledermaus!

Liebe Freunde von Gegenwind Weinheim,

aus aktuellem Anlass wenden wir uns heute mit einer Bitte an Sie.

Wir wollen keine Windräder auf Kosten wertvoller einheimischer Tierarten! Die Stadt Weinheim hatte ab 2012 im sogenannten „Freibereich 4“ zwischen Geiersberg und Dreimärker im Lützelsachsener Wald eine Konzentrationszone für Windindustrieanlagen geplant. Von anerkannten Experten haben wir die Vogel- und Fledermauswelt bewerten und in einem unserer Foren vorstellen lassen. So wurden 14 von ca. 20 in Deutschland einheimischen Fledermausarten durch Rufaufzeichnung entdeckt. Zu Recht darf dieses Vorkommen als Hotspot bezeichnet werden. Nachgewiesen wurde auch die sehr seltene Bechstein-Fledermaus!

Diese spielte bei der Auseinandersetzung um den Hambacher Forst eine sehr große Rolle. Sie jagt innerhalb des Waldes, nicht über den Baumkronen. So ist diese Fledermausart nicht durch Rotorschlag oder platzende Lungen infolge von Druckschwankungen beim Rotordurchgang (Barotrauma) gefährdet. Eine Wochenstube von 20 bis 50 Weibchen braucht einen intakten Wald von ca. einem Quadratkilometer mit 10 bis 20 Höhlenbäumen als ungestörten Lebensraum, da diese Art während der Jungenaufzucht häufig den Höhlenbaum wechselt. Also muss der Wald als Ganzes geschützt werden. Abschaltalgorithmen, die als technische Lösung zum Fledermausschutz oft genannt werden, nützen den „Bechsteinen“ nichts.

Deshalb haben wir 2021 anerkannte Experten beauftragt, die Quartierbäume zu finden! In fünf Nächten wurden mit 20m langen und 4m hohen Stellnetzen Fledermäuse gefangen. Zwei Bechstein-Weibchen wurden mit einem Sender versehen, diese an den Tagen darauf mit einer Peilantenne ausfindig gemacht und die Einzeltiere der Wochenstube dann abends beim Ausflug gezählt. Der Zeitaufwand war erheblich: Für Arbeitsstunden, Sender und Dokumentation haben wir eine erhebliche Summe ausgegeben. Der Aufwand hat sich gelohnt: Neun Quartier-Bäume wurden im und nahe dem Freibereich 4 gefunden!

Wir wollen 2022 weitere Quartierbäume im östlichen Teil des Freibereiches finden, um eine umfassende Abdeckung der von manchen immer noch befürworteten Konzentrationszone für Windindustrieanlagen zu erreichen.

Warum dieser immense Aufwand? Warum setzen wir unsere gesamten Mittel für den Artenschutz ein?

Die Ampelkoalition der Bundesregierung hat in einem Eckpunktepapier die „Beschleunigung des naturverträglichen Ausbaus der Windenergie an Land“ angekündigt. Diesen kann es im eigentlichen Sinn nicht geben, wenn Tausende Vögel und Fledermäuse an Windindustrieanlagen verenden. Der Bundesregierung kann es gelingen, durch bundeseinheitliche gesetzliche Standards die Zulassung zu beschleunigen. Man denke nur an den ausgehebelten Landschaftsschutz, Denkmalschutz, Genehmigungsfristen oder Abstandsregeln. Aber die an politische Ziele angepasste Zulassung kann sich nicht über geltendes, höherwertiges Recht hinwegsetzen. Das EU- Recht schützt die Bechstein-Fledermäuse besonders. Das Europäische Naturschutzrecht enthält genaue Vorgaben zum Artenschutz (FFH-Richtlinie von 1992) und ist damit unser schärfstes Schwert. Auch wenn Zulassungen vereinfacht, rationalisiert und vereinheitlicht werden, wird IMMER eine Einzelfallprüfung zu ökologischen Schäden, hier: Artenschutz gefordert! Ein einfaches politisches Statement des „überragenden öffentlichen Interesses“ reicht nicht aus. Mit dieser Argumentation hat jüngst die Naturschutzinitiative e.V. erfolgreich gegen die Genehmigung dreier Windindustrieanlagen in Alsfeld aus dem Jahr 2019 geklagt: https://naturschutz-initiative.de/neuigkeiten/1235-27-04-2022-verwaltungsgericht-giessen-hebt-genehmigung-fuer-3-wea-fuer-homberg-ii-auf

Der Finanzbedarf unserer Studie im Jahr 2021 wurde durch großzügige Einzelspenden gedeckt. Jetzt müssen wir spätestens Ende Mai mit den neuen Netzfängen anfangen. Sicher zugesagt ist eine größere Einzelspende. Die Beitragszahlungen unserer Vereinsmitglieder reichen zur Finanzierung des Restbetrags nicht aus.

Deshalb unsere große Bitte: Spenden Sie bitte kurzfristig auf unser Konto, damit wir Bechstein-Fledermaushabitate im gesamten Freibereich 4 nachweisen können, um dort mit hoher Rechtssicherheit einen Windindustriepark zugunsten des Artenschutzes zu verhindern!

Gegenwind Weinheim e.V.
Volksbank Kurpfalz e.G.
IBAN: DE97 6709 2300 0007 6180 00

Als anerkannter gemeinnütziger Verein stellen wir gerne eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt aus.

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen,
ihr Verein Gegenwind Weinheim

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Windstromerzeugung 2021 – Die Zahlen sprechen gegen Baden-Württemberg – 10% der Zeit weniger als 1% der Leistung

Als Ende November 2021 Sturmtief Christian über Deutschland fegte, war das Rückenwind für die Windkraftbefürworter: 75,5% der installierten Leistung von Windkraftanlagen wurden in den frühen Morgenstunden des 30.November 2021 ins Netz eingespeist. Für eine Dauer von 15 Minuten wurde mit einer Leistung von 47 GW eingespeist, 11.8 GWh in 15 Minuten! Tolle Zahlen, um einen weiteren Ausbau der Windindustrie zu untermauern!

Im Gegenzug werden Windkraftkritiker auf den 26. Juni 2021 verweisen: mit 0,2% der installierten Leistung kam die Einspeisung durch Windenergieanlagen praktisch deutschlandweit zum Erliegen. Von 62.000 MW installierter Leistung wurden gerade einmal 144 MW abgerufen. Ein gutes Argument gegen einen weiteren Ausbau!

Nur: wer hat Recht? Wie sieht die Verteilung der Einspeisewerte übers Jahr gesehen aus?

Zur Antwort beitragen kann die Bundesnetzagentur: diese veröffentlicht Strommarktdaten auf der sogenannten SMARD-Plattform. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Strommarktdaten zur Analyse und Visualisierung herunterzuladen. Neben der installierten Leistung verschiedener Energieträger findet man dort auch die erzeugte Energie pro Energieträger, aufgelöst in 15 Minutenschritten.

Demnach waren im Jahre 2021 62.3 GW an potentieller Windstromleistung in Deutschland installiert (54.5 GW onshore, 7.8 GW offshore). Die Extremwerte der Windstromeinspeisung findet man wie oben erwähnt am 30.11.2021, als mit 11,8 GWh in 15 Minuten 75,7% der installierten Nennleistung an Windstrom abgerufen wurde, zum anderen am 26.6.2021, als in den Morgenstunden mit 36MWh in 15 Minuten oder 0,2% der installierten Leistung der Windstrom quasi komplett zum Erliegen kam.

Um sich neben den Extremwerten ein genaueres Bild über die Windstromerzeugung in Deutschland im Jahr 2021 machen zu können lohnt der Blick auf die Häufigkeitsverteilung der Einspeisewerte.

Im folgenden Diagramm ist die relative Häufigkeit der Einspeiseleistung im Verhältnis zur Nennleistung dargestellt.

Leistung aus Windkraft – Deutschland 2021 – 5% Gruppierung

Der Maximalwert am 31.11. war den Daten nach ein äußert seltenes Ereignis: nur in 0,06% der Zeit wurden mehr als 75% der Nennleistung auch eingespeist. Nur 10% des Jahres 2021 wurden mehr als 45% der installierten Leistung auch erbracht.

Anders dagegen sind die Häufigkeiten niedriger Energieerzeugung aus Windkraftanlagen in Deutschland: 30% der Zeit wurde im Jahr 2021 weniger als 10% der installierten Windstromleistung eingespeist! Am häufigsten wurde die Spanne zwischen 5% und 10% erreicht. Die Hälfte des Jahres 2021 wurden weniger als 16,4% der installierten Leistung eingespeist. Der Mittelwert lag bei 20,8%.

Die Häufigkeitsverteilung im Diagramm oben ist nicht überraschend, sind doch die Häufigkeiten der Windgeschwindigkeiten durch die sogenannte Weibull-Verteilung beschrieben, die mit den Worten „häufig wenig Wind und selten viel Wind“ vereinfacht beschrieben werden kann.

Für uns in Baden-Württemberg ist natürlich die Verteilung der Einspeiseleistung im Verhältnis zur Nennleistung im Ländle von Interesse. Da der Übertragungsnetzbetreiber transnetBW genau für unser Bundesland verantwortlich zeichnet, kann man die Daten auf der SMARD Plattform auch nur für Baden-Württemberg gesondert analysieren.

Leistung aus Windkraft – transnetBW 2021 – 5% Gruppierung
Leistung aus Windkraft – transnetBW 2021 – 1% Gruppierung

Hierbei zeigt sich wieder einmal, dass Baden-Württemberg KEIN Windland ist. Gleich zu Beginn des Jahres herrschte bei uns Flaute, als im 3.1.2021 für ca. 8 Stunden 0,0% der installierten Leistung erbracht wurde. Immerhin 0,5% der Zeit oder an 44 Stunden wurde im Jahr 2021 in Baden-Württemberg gar keine Windenergie erzeugt! Ca. 10% der Zeit wurden weniger als 1% der installierten Leistung im Land auch eingespeist! Das entspricht mehr als einem Monat! Der Medianwert liegt bei 10,4%, also ein halbes Jahr wurde weniger als 10% der installierten Leistung eingespeist. Der Mittelwert liegt bei 17,7%. Am windigsten war es bei uns in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2021, als 87,5% der Nennleistung erreicht wurde. Aber das war eben die absolute Ausnahme. Nur 10% der Zeit wurde mehr als 47% der Nennleistung erreicht.

Mit einer Häufigkeit von 9,8% lag die bei weitem häufigste Einspeiseleistung bei 0% – 1% der Nennleistung!

Die Windenergiegewinnung in Baden-Württemberg kann man nur mit zwei Worten beschreiben:

absolut ineffizient!

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7. FORUM Gegenwind Weinheim am 07. Oktober 2021

Der Verein Gegenwind Weinheim veranstaltet am Donnerstag, 07. Oktober 2021 um 19:00 Uhr im Alten Rathaus in Weinheim das inzwischen 7. Forum Gegenwind Weinheim. Die erfolgreiche Informationsreihe zum Thema Windindustrieanlagen in Weinheim wird damit fortgesetzt.

Weinheimer Artenvielfalt schützen!

Im sogenannten Freibereich 4 (FB 4) des Flächennutzungsplanverfahrens Wind wollte die Stadt Weinheim bekanntermaßen eine Vorrangzone für Investoren der Windindustrie mitten im Landschaftsschutzgebiet schaffen. Dieses Verfahren musste 2018 eingestellt werden. Das dabei verwendete und von Gegenwind Weinheim e.V.  immer kritisierte Artenschutzgutachten wies viele Mängel auf und darf keinesfalls als Freibrief für Investoren genutzt werden!

Um die Biodiversität des örtlichen Waldes und die daraus resultierende Artenvielfalt zu dokumentieren hat Gegenwind Weinheim e.V. den Vogelartbestand in einer umfangreichen Studie im Jahr 2020 untersuchen lassen.

Die Auswertung führte der qualifizierte Biologe Dr. Marcel Münderle von der Firma Rifcon GmbH durch.

Mit 67 Vogelarten, darunter 15 streng geschützten sowie 6 kollisionsgefährdeten windkraftempfindlichen Arten konnte der Wert des Landschaftsgefüges von Wald und Umgebung als Brutgebiet und Nahrungshabitat eindrücklich nachgewiesen werden!

Dr. Münderle wird das Gutachten und die Auswertung im Detail vorstellen und für Fragen bereit stehen.

Wie auch schon in den vergangenen 6 Veranstaltungen der Reihe wird der Verein eine Übersicht über die kommunalen, regionalen und bundeslandweiten Entwicklungen zum Thema Windkraft geben.

Nehmen Sie die Situation weiterhin ernst und unternehmen Sie etwas, bevor es zu spät ist. Wir zählen auf Sie.

Bitte beachten Sie die 3G Regelung der Veranstaltung, sowie das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Alten Rathaus.

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Rodungen im Weinheimer Fledermauswald vorerst verhindert

Mitte Dezember 2020 wurden Mitglieder des Vereins Gegenwind Weinheim e.V. auf  Hiebmarkierungen an einer Vielzahl von Bäumen im Weinheimer Stadtwald südlich des Goldkopf aufmerksam. Dabei handelt es sich vornehmlich um ältere Laubbäume. Nun sind solche Markierungen und der Holzeinschlag im Wald um Weinheim im Grunde nicht weiter verwunderlich und gängige Praxis, handelt es sich hierbei doch um Wirtschaftswald. Die Weinheimer Forstwirtschaft nimmt hierbei neben der Rohstofferzeugung von Holz auch weitere Aufgaben wie die Erhaltung der Wälder als Schutz- und Erholungsraum unter Abwägung von wirtschaftlichen und ökologischen Interessen stets zuverlässig wahr.

Umso überraschender und verwunderlicher ist es, dass die Hiebmarkierungen in einem Gebiet des Waldes zu finden sind, in dem seit Frühjahr 2019 nachgewiesen ist, dass es ein Rückzugsort und Lebensraum für eine Vielfalt an Fledermausarten ist. Der Verein Gegenwind Weinheim e.V. hatte im Jahr 2018 eine umfangreiche Fledermauserfassung im Bereich des Goldkopf durchführen lassen (http://gegenwind-weinheim.de/wordpress/endbericht_flederma%cc%88use_weinheim-25-01-2019/); Planungen der Stadtverwaltung Weinheim sahen diesen Bereich im Landschaftsschutzgebiet damals als Konzentrationszone zum Bau von Windindustrieanlagen zur Stromerzeugung vor. Zwischen dem 19.03.2018 und dem 02.12.2018 wurden mittels dreier autonom arbeitende Registrieranlagen für Fledermausrufe („Batcordern“) an 259 Nächten Fledermausaktivitäten im Bereich Goldkopf und ehemalige Koppeneiche erfasst und daraufhin von Biologe Dr. Andreas Arnold, einem anerkannten Experten für Fledermauserfassung, professionell ausgewertet. In der abschließenden Bewertung des Gutachtens heißt es:

Im Untersuchungsgebiet konnten mindestens 14 Fledermausarten bzw. Artengruppen nachgewiesen werden. Von diesen gelten in Baden-Württemberg drei Arten als „vom Aussterben bedroht“, fünf Arten als „stark gefährdet“ und vier Arten als „gefährdet“. Eine Art stellt eine extrem seltene Art mit geographischer Restriktion dar und zwei Arten sind gefährdete wandernde Tierarten. Sämtliche Fledermausarten sind gemäß nationalem Recht (Bundesnaturschutzrecht) besonders und streng geschützt. Auch europäisches Recht (Natura 2000-Richtlinie) schützt alle Fledermausarten inklusive ihrer Lebensstätten. Für vier der im Untersuchungsgebiet festgestellten Fledermausarten, welche in Anhang II der Natura 2000-Richtlinie gelistet sind, sind sogar besondere Schutzgebiete auszuweisen. […] Die Nachweise von zwei weiteren, sehr seltenen und hoch bedrohten Fledermausarten gibt dem Untersuchungsgebiet eine ganz besondere Wertigkeit. Es sind dies die Wimper- und die Mopsfledermaus. Die Wimperfledermaus ist eine Art, die zu den seltensten Fledermausarten Deutschlands zählt. Aufgrund ihres südwestlichen Verbreitungsgebiets in Deutschland trägt Baden-Württemberg für den Erhalt dieser Fledermausart bundesweit eine besondere Verantwortung. Auch die Mopsfledermaus ist nach einem starken Populationsrückgang in den 1950er und 1960er in Baden-Württemberg sehr selten (STECK & BRINKMANN 2015). […] Aus Gründen des Fledermaus- und des allgemeinen Artenschutzes wäre es […] sinnvoll, in den Wäldern des Goldkopfs und Geiersbergs die Maßnahmen des von der Landesforst- (FVA) und Naturschutzverwaltung (LUBW) im Jahr 2010 entwickelten und seitdem im Staatswald umgesetzten Alt- und Totholzkonzepts […] konsequent zur Anwendung zu bringen.“

Zu den nachgewiesenen Arten im regelrechten „Fledermauswald“ zählten auch die in Baden-Württemberg als „stark gefährdete“ Bechsteinfledermaus; diese hatte 2018 medienwirksam zu einem Rodungsstopp im Hambacher Forst geführt. Durch die öffentliche Präsentation des Fledermaus-Gutachtens am 29. April 2019 hätte die Bedeutung dieses Waldgebietes eigentlich bekannt sein sollen. Die den zuständigen Stellen vorliegenden Informationen konnten aber offensichtlich nicht durchgehend genutzt werden und in die Entscheidung zu den Verjüngungsmaßnahmen einfließen.

Ein avifaunistisches Gutachten, welches der Verein im Jahr 2020 durchführen ließ, ergab in einer ersten Durchsicht der Daten die Sichtung 67 heimischer Vogelarten, davon 17 auf der „Roten Liste“ Baden-Württemberg und 15 nach Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützter“ Arten. Die finale Ausarbeitung wird zusammen mit dem Autor des Gutachtens im Rahmen eines Forums der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sobald es die Corona-Situation wieder erlaubt.

Vertreter von Gegenwind Weinheim nahmen umgehend Kontakt mit Dr. Fetzner und Herrn Just von der Stadtverwaltung, Herrn Lambert vom Forstamt und Frau Böhmer und Frau Heideroth von der Unteren Naturschutzbehörde auf. Die vom Gemeinderat beschlossenen Rodungsmaßnahmen zur Waldverjüngung, die eigentlich am 1. Dezember hätten beginnen sollen, konnten „glücklicherweise“ aufgrund von Krankheitsfällen bis Mitte Dezember noch nicht ausgeführt werden. In offenen und konstruktiven Gesprächen konnten die Vertreter von Gegenwind Weinheim nun nochmals die außerordentliche Bedeutung des betroffenen Waldabschnitts in seiner ökologischen Gesamtheit für die dort lebenden Fledermäuse und Vogelarten anhand der Gutachten darstellen. Sollten die Fällarbeiten im Rahmen der Waldverjüngung wie geplant durchführt werden, würden höchstwahrscheinlich der Lebensraum und die Quartiere der Tiere in den Höhlen der alten Bäume des Fledermauswaldes zerstört und diese vertrieben! Neben dem unwiederbringlichen Verlust der streng geschützten Tierarten ist natürlich auch die rechtliche Tragweite zu sehen, die solch ein Verstoß gegen den Artenschutz bedeuten könnte.

Am 21. Dezember teilte Dr. Fetzner von der Stadtverwaltung dem Verein Gegenwind Weinheim dann mit, dass „als Sofortmaßnahme […] die Hiebsmaßnahmen in diesem Bereich ausgesetzt“ wurden. Nach Vorlage der Ergebnisse einer zusätzlichen Analyse des Fledermaushabitats wird die Forstbehörde entscheiden, „ob bzw. in welchem Umfang eine Hiebsmaßnahme in dem […] angesprochenen Bereich durchgeführt werden soll.“

Die Mitglieder von Gegenwind Weinheim sind erleichtert über den momentanen Stopp der Fällarbeiten und optimistisch, dass die Erkenntnisse des Fledermaus- und des avifaunistischen Gutachtens eine klare Sprache sprechen, den „Fledermauswald“ um den Goldkopf auch in Zukunft zu schützen. Kritisch hinterfragt der Verein jedoch, wieso die ökologische Wertigkeit des Waldes und die Erkenntnisse des Fledermausgutachtens trotz Pressemitteilung und öffentlicher Veranstaltung im Frühjahr 2019 nicht soweit bekannt waren, um dieses Gebiet von Verjüngungsmaßnahmen auszunehmen. Eine neue Gemeinderatszusammensetzung, ein neuer Leiter des Forstrevieres, sowie Wechsel in der Unteren Naturschutzbehörden mögen dazu beigetragen haben. Aus diesem Grund wird der Verein Gegenwind Weinheim die Gutachten an Gemeinderäte, Parteien, Stadtverwaltung und Forstbehörden verteilen und weiter intensiv daran arbeiten, dass sich diese Zusammenhänge klar im Bewusstsein der Verantwortlichen verankern.

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Hannes Jaenicke für den Reinhardswald

Seit einiger Zeit ist die Wind-Industrialisierung des größten zusammenhängenden Waldgebiets Hessens, des Reinhardswaldes, in Planung. Dieses Waldgebiet ist auch als „Grimms Märchenwald“ bekannt. Mehr Informationen über den Stand der Planungen und den sich formierten Widerstand finden sie hier: https://rettet-den-reinhardswald.de/

Nun hat der Reinhardswald prominente Unterstützung erhalten: Der bekannte Schauspieler, Autor und Naturschützer Hannes Jaenicke hat sich in einem Videoaufruf gegen die Vernichtung des Reinhardswaldes gewendet!

„Jetzt soll einer der wertvollsten Wälder Deutschlands geopfert werden, um eine dank unfähiger oder unwilliger Politik und Industrie ins Stocken geratene Energiewende voranzutreiben. Saubere Energie durch Waldvernichtung? Dreckiger geht es kaum. Ich wünsche allen, die sich für die Rettung des Reinhardswaldes engagieren jeden erdenklichen Erfolg.“ – Hannes Jaenicke

Es tut gut, dass Herr Jaenicke eben keine Unterscheidung zwischen „guter“ und „böser“ Abholzung und Zerstörung intakter Wälder macht, wie so viele andere Naturschützer, die dem Klimaschutz alles unterordnen und im Namen des Naturschutzes eben diese zerstören! Hoffentlich hilft Herrn Jaenickes Stellungnahme, diejenigen zum Nachdenken zu bringen, die auf der einen Seite den Hambacher Forst mit allen Mitteln schützen wollen, auf der anderen Seite aber den Reinhardswald (und viele tausend Hektar anderer Waldgebiete) für den Klimaschutz opfern…

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Einladung zur Mitgliederversammlung 2020

Sehr geehrte Mitglieder,

Gegenwind Weinheim e.V. lädt Sie gemäß Satzung zur ordentlichen Mitgliederversammlung für das Geschäftsjahr 2019 ein. Wir freuen uns sehr, Sie dazu begrüßen zu dürfen. Bitte notieren Sie sich den

13. März 2020

um 19:00 Uhr

Landgasthof Bühler Hof /www.buehlerhof.net

Muckensturm 13, 68542 Heddesheim

Die Tagesordnung entnehmen Sie bitte dem Anhang. Unter info@gegenwind-weinheim.de bitten wir auch um eine kurze Antwort über Ihr Kommen, um für die Veranstaltung besser planen zu können.

Im hessischen Odenwald wurde im Sommer 2019 der Regionalplan Windenergie verab- schiedet. Gegen das 2012 gestartete Verfahren wurden nach den Offenlagen 2014 und 2017 über 50.000 Einwendungen eingereicht. In dem seit 1960 bestehenden Naturpark Bergstraße Odenwald wurden auf etwa 1,8% der Flächen Windvorrangzonen beschlossen. Die Anwohner z.B. in Breuberg, Ober-Ramstadt, Rothenberg und Etzean müssen jetzt gegen Rodungen und Baugenehmigungen kämpfen.

Ein Teilerfolg für Weinheim war, die Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes für eine Windvorrangzone im Herbst 2018 zu verhindern. Allerdings wird erwartet, dass der Teilflächennutzungsplan Windenergie der Metropolregion demnächst veröffentlicht wird. Damit wird das im alten Flächennutzungsplan bestehende Ausschlussgebiet für Windenergie an der Bergstraße aufgehoben. Vorrangiges Ziel muss es also sein, private und institutionelle Investoren am Bau von Windindustrieanlagen in Weinheim zu hindern. Ein Baustein dazu, war das von uns in Auftrag gegebene und im 6. FORUM vorgestellte Fledermausgutachten. 14 eindeutig identifizierte, darunter 8 besonders stark gefährdete Arten, zeigen die außergewöhnlich hohe Biodiversität in unserem Landschaftsschutzgebiet.

Wer sich durch Minister Peter Altmaiers Vorstoß eines 1000m- Abstandes der Windindu- strieanlagen zu bebautem Gebiet oder das von der Naturschutzinitiative erstrittene VGH- Urteil zur unrechtmäßigen Genehmigungspraxis von Windindustrieanlagen im Wald in Baden- Württemberg in Sicherheit wiegt, liegt falsch. Näheres dazu auf unserer Mitgliederversammlung.

Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, wie wichtig unsere Arbeit als Bürgerinitiative ist. Dabei ist Ihre Mitwirkung als Mitglieder der Bürgerinitiative sehr gefragt. Deshalb würden wir uns über Ihre Teilnahme an der Mitgliederversammlung und den persönlichen Informationsaustausch mit Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Bürgerinitiative Gegenwind Weinheim e.V.

(gez. der Vorstand)

MGV 2020 Tagesordnung Anhang1

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6. FORUM Gegenwind Weinheim- Es ist noch nicht vorbei!

 Der Verein Gegenwind Weinheim veranstaltet am   29. April 2019 um 19:00 Uhr im Alten Rathaus in Weinheim das inzwischen 6. Forum Gegenwind Weinheim. Die erfolgreiche Informationsreihe zum Thema Windindustrieanlagen in Weinheim wird damit fortgesetzt.

Zwar wurde im vergangenen Jahr entschieden, keine expliziten Flächen für Windindustrieanlagen in Weinheim auszuweisen, aber damit ist die Gefahr noch nicht endgültig gebannt. Die BI Gegenwind Weinheim e.V. verstärkt daher die Aktivitäten, das Thema endgültig zu beenden.

Keine geschützten Fledermäuse in Weinheim? Von Wegen!!

Das seinerzeit von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten stand schon immer auf wackligen Füßen. Um aber eine sichere Basis für zukünftige Entscheidungen zu bekommen hat die BI Gegenwind jetzt den Fledermausbestand im FB4 aufnehmen und ein Gutachten erstellen lassen.

Seit März 2018 wurde in vielen Stunden Arbeit der Artbestand und die Aktivität von Fledermäusen durch autonome Detektoren erfaßt. Die Durchführung wurde von Dr. Andreas Arnold, Biologe und ausgewiesener Fledermausexperte überwacht, der auch die Auswertung der rund 320.000 Ultraschall- Rufsequenzen leitete.

Mit 14 eindeutig identifizierten, darunter 8 besonders stark gefährdete Arten, steht die außergewöhnlich hohe Biodiversität in genau dem Bereich FB4 fest, in dem es laut Stadt doch nichts Schützenswertes geben sollte.

Dr. Arnold wird das Gutachten und die Auswertung im Detail vorstellen und für kritische Fragen bereit stehen. Die anschließende Diskussion lässt viel Raum für den Austausch von Argumenten. Es sind ausdrücklich Gegner und Befürworter von Windindustrieanlagen eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Nehmen Sie die Situation weiterhin ernst und unternehmen Sie etwas, bevor es zu spät ist. Wir zählen auf Sie.

 

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Ideologie vernebelt Realität

Lassen wir einfach nur Bilder und Fakten sprechen:

  • Tweet Simone Peter (Vorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen bis Januar 2018, seit März 2018 Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien) vom 22.3.2019, 16:45 Uhr
    https://twitter.com/peter_simone/status/1109118659753066498?s=21
    Quelle: Twitter
  • Zur gleichen Zeit (Daten von 17:00 Uhr) im deutschen Stromnetz
    Quelle: Agora Energiewende

    Stromverbrauch 67,3 GW
    Wind onshore 2,4 GW (~3,6%)
    Wind offshore 0,9 GW (~1,3%)
    Solar 3,5 GW (~5,2%)
    Konventionell Kraftwerke 50,3 GW (~74,7%)
    Stromimporte ~1,8 GW (~2,7%)
    Laufwasser und Biomasse 8,4 GW (~12,5%)
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Demo in Wiesbaden

Die Bürgerinitiativen in Siedelsbrunn und im Ulfenbachtal organisieren Demonstrationen in Wiesbaden und vor der Regionalversammlung in Frankfurt am 14. Dezember 2018. Dabei soll auch die über 16.000 Unterschriften starke Unterschriftensammlung überreicht werden. Ihre Unterschrift können sie hier auch online abgeben

Abfahrzeiten DEMO Wiesbaden 2018 Demoverlauf Wiesbaden und Besuch der Regionalversammlung Südhessen in Frankfurt am Main

Weitere Informationen zur Demo und dem Bustransport dorthin finden sich auf der Seite der BI Siedelsbrunn.

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Stellungnahme des Vereins zur Einstellung des Planverfahrens „TFN Windenergie“!

Stellungnahme der BI Gegenwind zur Gemeinderatsvorlage “Einstellung des Planverfahrens TFN Windenergie“

Die Entscheidung der Unteren Naturschutzbehörde hat Stand gehalten, den intensiven Prüfungen ihrer Fachaufsicht durch das Regierungspräsidium und durch das nicht gerade als Windindustrie feindlich verrufene Umweltministerium in Stuttgart. Damit wurde nach fast vier Jahren Untersuchung der Landschaftsschutz mit seinen Belangen Landschaftsbild und Erholungseignung deutlich über die Windindustrie gestellt, die in Süddeutschland ohnehin und in unserer Region besonders unsinnig ist.

Die Natur wird also nicht fehlgeleiteten Interessen preisgegeben. Es weht schlicht zu wenig Wind hier, um die zu erbringenden Opfer zu rechtfertigen.

Die Entscheidung gilt für das untersuchte Gebiet am Geiersberg/Goldkopf, aber im Prinzip eben auch für das gesamte Landschaftsschutzgebiet, das sich von der nördlichen Kreisgrenze entlang den ersten Odenwaldhängen bis hinunter nach Dossenheim erstreckt. Und sie hat starke Signalwirkung für alle weiteren, sicher noch zu untersuchenden Flächen im LSG. Sofern die Voraussetzungen dort dann nicht grundlegend anders sind sollte diese Entscheidungsrichtung eigentlich auch gut zu verteidigen sein.

Ist diese Entscheidung die beste für uns in Weinheim und für die Bergstraße? Wird so unser Wald nicht zum Windindustriegebiet umgewandelt? Es wird sich zeigen müssen.

Jedenfalls erkennt die Bürgerinitiative den ausgerufenen Schutz für Weinheim – und übertragen auch für die Bergstraße – als übergeordneten Wert und schätzt eine solche rationale Entscheidung besser für Weinheim ein, als einer ideologisch geprägten Zwangsplanung Folge zu leisten.

gez. Matthias Kraus

Vorsitzender

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